Online-Angebote der Tageszeitungen haben nur geringen Mehrwert

TNS Emnid Medienforschung untersucht digitale Ausgaben deutscher Tageszeitungen

Während mehr als zwei Fünftel der Internet-Nutzer zwischen 14 und 49 Jahren täglich oder fast täglich die gedruckte Ausgabe einer lokalen oder überregionalen Zeitung zur Hand nehmen, rufen lediglich rund ein Fünftel mindestens mehrmals die Woche die Website einer Tageszeitung auf. Weitere zehn Prozent besuchen eine solche Seite nur einmal wöchentlich. Das Alter der Surfer oder auch die Art des Online-Zugangs haben darauf nur wenig Einfluss. Das ist das Ergebnis einer onlinerrepräsentativen Umfrage der TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH. Insgesamt wurden 1001 Internetnutzer zwischen 14 und 49 Jahren in Deutschland exklusiv für das Fachmagazin „W&V – werben & verkaufen“ zum Thema Online-Editionen deutscher Tageszeitungen befragt.

Auch bei den jüngeren Leser sowie Breitband-Nutzern, die tendenziell zu den intensiveren Internetnutzern gehören, sind die Unterschiede in der Nutzung von Online-Editionen deutscher Tageszeitungen nur gering.

Deutlich überdurchschnittlich ist jedoch der Anteil derjenigen Personen, die selber oder andere Haushaltsmitglieder die Printausgabe einer Tageszeitung kaufen „Dieser Leserschaft dienen die Onlineseiten der Tageszeitung vor allem als Bindung an die Printausgabe des favorisierten Titels“, sagt Michael Voß, Senior-Consultant in der TNS Emnid Medienforschung.

Demgegenüber sind diejenigen Onliner ohne Abonnement einer Tagezeitung oder Kauf sogar noch seltener als der durchschnittliche Onliner auf den Onlineseiten der Tageszeitungen zu finden. Nach der TNS Emnid-Umfrage ruft derzeit nur etwa jeder dritte Surfer mindestens ein Mal wöchentlich die Online-Edition einer Zeitung auf. Über sechzig Prozent tun dies dagegen nicht einmal alle 14 Tage. 15 Prozent haben sogar noch nie eine solche Seite im Internet aufgerufen.

Kostenpflichtige Angebote stoßen bei den Surfern erwartungsgemäß auf keine große Gegenliebe. Über die Hälfte der deutschen Internetnutzer ist nicht bereit, für die Online-Edition zu bezahlen. Eher würden die Befragten dann auf die Nutzung verzichten. Die meisten Zahlungswilligen sind bereit monatlich den

Gegenwert von drei bis vier Einzelausgaben der Printausgaben (zwei bis fünf Euro) zahlen zu wollen.

Immerhin kann sich jeder Zehnte vorstellen, etwa die Hälfte eines Monatsabopreises bezahlen zu wollen.

Inhaltlich stoßen unter den Bestandteilen eines Online-Angebots aktuelle Nachrichten auf das größte Interesse der Online-Leser. Vier Fünftel interessieren sich dafür. Rund die Hälfte interessiert sich für Service-Information wie Wetter oder Verkehrsmeldungen. Relativ wenige Unterschiede zeigen sich dabei zwischen allen Online-Nutzern und den Abonnenten einer gedruckten Tageszeitung.

Nur in Einzelfällen wie Lokalsport und Service-Leistungen liegen Abonnenten in der Nutzung deutlich über Nicht-Abonnenten. Mittlerweile haben bereits 15 Prozent der Internetnutzer auf die ausschließliche Lektüre der Onlineausgabe ihrer Tageszeitung umgestellt. Weitere 15 Prozent können sich genau diesen Schritt in der Zukunft vorstellen. Dennoch sagen zwei Drittel aller Internetnutzer, dass das Lesevergnügen der Printausgabe höher ist als das der Onlineausgabe. Genauso viele finden die Printausgabe übersichtlicher und meinen, dass sie den deutlich besseren und direkteren Zugriff auf die Inhalte bietet. In Punkto Glaubwürdigkeit und Seriosität haben die Online-Ausgaben offensichtlich ein Problem: Lediglich ein Viertel der Befragten ist der Auffassung ist, dass die Nachrichten auf den Onlineseiten vertrauenswürdiger sind als auf reinen Onlineportalen wie T-Online, Yahoo oder Web.de.

Die Studie wurde von der TNS Emnid Medien- und Sozialforschungs GmbH exklusiv für das Fachmagazin „W&V – werben & verkaufen“ zum Thema Internetfernsehen durchgeführt.

Quelle: Pressemeldung – TNS Emnid Medien- und Sozialforschungs GmbH

http://www.tns-emnid.com